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Yippi-Yippi-Yeah
Von 
Thor Waterschei
| 04.11.09
0 Kommentare
| Markierungen:  
Rüdiger Abramczik
,
Liepajas Metalurgs
W
as macht eigentlich...Rüdiger Abramczik? Der frühere Flügelstürmer mit dem großen Talent und dem ebenso großen Nachhall eines nicht erwachsen werden wollenden Kindeskopfes ist ein Meistertrainer. Gewiss um den einstigen „Flankengott vom Kohlenpott“, der diesen Titel von Stan Libuda erbte, ranken sich einige Mythen. Fast wie bei Botanikfreunden die Pflänzchen von der Fensterbank.
Doch wärmen wir ruhig aus Abramcziks Zeit in den wilden Siebziger und Achtzigern die
Geschichte
auf, wie man im Kreise der Nationalspieler einen Western schaute und „Abi“ plötzlich aufgesprungen sein soll, sich wo auch immer ein Schaukelpferd herbeigeholt und ohne Umschweife darauf schaukelnd
Yippi-Yippi-Yeah
geheult hat. Die Nationalelf und Abramczik, eine seltsame Geschichte. In seiner besten Zeit bei Schalke erinnerte Abramcziks Zusammenspiel mit Fallrückzieherkönig Klaus Fischer ein wenig an die Symbiose zwischen
Horst
Hrubesch und Manni Kaltz. „Abi“ Flanke, Fischer Tor.
Nicht wenige hätten ihm als mitunter brillanten Rechtsaußen in der Libuda-Spur weit mehr als seine 19 Länderspiele zugetraut. Der spätere Bundestrainer Jupp Derwall nach Abis Debüt anno 1977 wohl am meisten, als er frohlockte: „
Noch nie hat ein Spieler so ein überzeugendes Debüt gegeben wie Abi. Der hat Flanken für drei Länderspiele hereingegeben.
“ Nachdem sich „Abi“ jedoch später mit DFB-Boss Neuberger überwarfen, kam ab 1979 keines mehr dazu.
30 Jahre später steht Abramczik zumindest für kurze Zeit wieder ein wenig im Rampenlicht der schnelllebigen Fußballwelt. Das alles deshalb, weil ihn seine abenteuerliche Trainerkarriere, die ihn über Stationen in
Saarbrücken
, Österreich, in der Türkei und Bulgarien im Sommer 2008 zum lettischen Klub Metalurgs Liepaja geführt hat. Dort fristete der
Futbola Klubs Liepājas Metalurgs
so etwas wie ein bayerleverkuseneskes Dasein und wurde seit 1998 stolze siebenmal lettischer Vizemeister.
Vor dem letzten Spieltag der sagenumwobenen lettischen Virslīga hat Abramcziks Eleven aber nun fünf Punkte Vorsprung vor Titelverteidiger
FK Ventspils
und darf uneinholbar sich bereits vorzeitig über die zweite lettische Meisterschaft in der Neunerliga feiern. Auf eine gewisse Weise scheint Abramczik also in den internationalen Fußball zurückgekehrt zu sein.
Ob
er ein andächtiges
Yippi-Yippi-Yeah
ausgestoßen hat ob der Tatsache, hierzu nicht eine einzige Flanke beisteuern zu müssen, ist allerdings nicht überliefert.
Präsentiert von dem Fußball-Blog
THOR WATERSCHEI
.
THOR WATERSCHEI war einst ein traditionsreicher belgischer Fußballklub und bloggt nun Neuigkeiten und Anekdoten aus der weiten Welt des Fußballs. Denn Fußball ist Kultur und schreibt die schönsten Geschichten.
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