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Amateure
Pionier in Darlington
Von 
Thor Waterschei
| 27.03.09
1 Kommentare
| Markierungen:  
M
orgen trifft Jogi Löws Eleven in der WM-Quali in Leipzig auf
Liechtenstein
. Muss das sein, wird so mancher da denken? Und wenn schon, dann zumindest zweistellig. Werden
Schweini
& Co. allerdings
derlei
Chauvinismen verfallen, könnte nicht nur Herr Löw streng den Zeigefinger heben. Vielleicht auch der gute alte
Pierre Littbarski
, der derzeit beim liechtensteinischen Spitzenklub und schweizer Erstligisten
FC Vaduz
als Trainer das Zepter schwingt.
Schade ist nur, dass mit dem gelbgesperrten
Franz Burgmeier
den Alpen-Kickern einer ihrer wenigen nennenswerten Helden im Leipziger Zentralstadion fehlen wird. Immerhin schoss Burgmeier anno 2004 beim historischen liechtensteinischen 2:2-Remis gegen
Portugal
eines der beiden Treffer des Fußball-Zwergs. Einen Moment, den der 26-Jährige als den „schönsten seiner Karriere“ bezeichnen sollte.
Nun ist Burgmeier unter anderem nach Stationen bei den einstigen schweizer Champions League-Teilnehmern
FC Basel
und
FC Thun
beim englischen Viertligisten
Darlington
gelandet. Auch wenn Burgmeiser mit den Quakers in der Football League Two im Tabellenniemandsland herumkrebst, darf er sich immerhin erster und einziger Kicker des Fürstentums im Fußball-Mutterland nennen. Dass Burgmeier seine Stiefel als liechtensteinischer Pionier überhaupt auf der Insel schnüren darf, hat er der Überlieferung zufolge offenbar vor allem dem 12-jährigen
Max
Houghton zu verdanken.
Dieser ist der Enkel von Darlingtons Chairman George Houghton und war bereits im Herbst 2003 auf Burgmeier aufmerksam geworden, als Liechtenstein im Old Trafford in Manchester weilte und gegen
England
nur 0:2 verlor. Der damals siebenjährige Max fühlte sich nach eigenem Bekunden vor dem Fernsehschirm im Angesicht von Burgmeiers Kampfkraft und Widerborstigkeit, die den alten
ManU
-Heroen
David Beckham
und
Gary Neville
an diesem Abend schwermütige 90 Minuten bescherte, doch glatt an
Michael
Essien erinnert.
Wie der Zufall es im Sommer 2008 so wollte, suchte nicht nur Burgmeier einen neuen Klub. Ebenso ward bei Darlington die Position des linken Mittelflügelspielers vakant. Als genannter Max dann der Legende nach bei Wikipedia ausspähte, dass gerade Burgmeier auf dem Rasenrechteck dort seinen angestammten Platz hat und zugleich ein
free agent
war, bewegte Max schließlich Grandpa George den ihm einst imponierenden Liechtensteiner, zum einwöchigen Probetraining einzuladen. Burgmeier fackelte nicht lange, ließ sich die Chance nicht entgehen und beackert seither Darlingtons linke Mittelfeldseite.
Mittlerweile darf sich Burgmeier gar Darlingtons Rekordnationalspieler nennen. Dieser Titel ist ihm nach seinem fünften Länderspieleinsatz für Liechtenstein seit dem Wechsel in den englischen Nordosten nicht mehr zu nehmen. In der übersichtlichen Presselandschaft Darlingtons verhalf dies dem Exoten aus den Alpen schnell zum Legendenstatus. Das Herz des hasenzähnigen Max Houghton soll angeblich genauso hoch geschlagen haben wie einen Monat zuvor im September 2008. Da erzielte Burgmeier gegen
Port Vale
, jenem Klub, dem ein gewisser
Robbie Williams
regelmäßig ein paar Pfund zustecken soll, seinen ersten Treffer für die Quakers.
Max
durfte sich sodann in Darlingtons Lokalpostille
Northern Echo
zurecht als „Super-Scout“ feiern lassen.
Auf seinen England-Legionär wird Liechtensteins Nationaltrainer Hanspeter Zaugg daher in Leipzig gegen die deutsche Startruppe sicher nicht gerne verzichten werden. Vielleicht hätte der „liechtensteinische Essien“ Schweinsteiger & Co. so wie einst Beckham und Neville unangenehme 90 Minuten bereitet. Doch selbst „Super-Scout“ Max Houghton wird hier nicht mehr helfend einschreiten können. Grandpa hin, Grandpa her...
Präsentiert von dem Fußball-Blog
THOR WATERSCHEI
. THOR WATERSCHEI war einst ein traditionsreicher belgischer Fußballklub und bloggt nun Neuigkeiten und Anekdoten aus der weiten Welt des Fußballs. Denn Fußball ist Kultur und schreibt die schönsten Geschichten.
1 Kommentare
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Von
juliankolmar
30.03.2009 00:49
sueser artikel thor! aber das spiel war dann doch ein entaeuschung...
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